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Kornkraft - Flyer 2013


Landvolk Zeitung 2013

Kornkraft Februar 2010

Das Blaue Blatt Dez. 09

Kreiszeitung 1.10.09

Rettet die Linda (zweiter Teil) – Kartoffeltestessen auf dem Bioland Hof Kramer

Geschmack, Festigkeit, Farbe, Geruch – die Teilnehmer des Kartoffeltestessens auf dem Bioland Hof Kramer mussten all ihre Sinne anstrengen um am Ende des Abends ihre Lieblingskartoffel zu ermitteln. In gemütlicher Atmosphäre, bei einem Glas Wasser, um die Geschmacksnerven immer wieder zu neutralisieren, wurden unter der Leitung des Ökoring Niedersachsen elf festkochende, eine mittelfeste und eine blaue Kartoffelsorte blind-verkostet. Nacheinander kamen die Kartoffeln, mit Nummern statt mit Namen versehen, auf den Tisch und akribisch notierte jeder der Teilnehmer seinen Eindruck, um dann eine Gesamtnote zu vergeben. Am Ende des Abends stand eine Siegerin fest : die Linda- Kartoffel. Zwar hatte der ein oder andere Testesser eine andere Favoritin – im Gesamtnoten-Durchschnitt lag die Linda jedoch mit deutlichem Abstand vor den anderen Kartoffeln.

Bio-Landwirt Jürgen Kramer überrascht das Ergebnis nicht: „Über Jahre hinweg wurden von verschiedenen Stellen immer wieder solche Testessen gemacht – und immer belegte die Linda vordere Plätze. Hoffentlich bleibt sie uns erhalten!“ Denn endgültig gesichert ist die Existenz der Linda noch immer nicht, aber es besteht wieder Hoffnung auf Erhalt. Die gerichtlich beschlagnahmten Linda –Pflanzkartoffeln für 2006 (wir berichteten in unserer vorigen Ausgabe) sind nach einem Vergleich der Linda -Saatgut anbauenden Bauern mit der Züchterfirma Europlant nun freigegeben, werden allerdings von Europlant und nicht von den Landwirten vermarktet. Noch immer nicht sicher ist aber der Erhalt der Linda über das Jahr 2007 hinaus (bis dahin wurde der Sortenschutz verlängert). Die Wiederzulassung ist jedoch beantragt und muss nun vom Bundessortenamt genehmigt werden (ein bislang einmaliger Fall - üblicherweise werden dort nur Neuzulassungen geprüft, möglicherweise muss die bewährte Linda das gesamte Prüfverfahren neu durchlaufen).
„Der Kartoffeltest- Abend hat unseren Gästen und uns viel Spaß gemacht – und so hat der viele Wirbel um die Linda auch etwas Gutes: er führt zu einem verstärkten Sorten- und Geschmacksbewusstsein“ so Bauer Kramers Fazit nach diesem Abend.


Rettet die Linda – Schicksalsjahre einer Kartoffelkönigin

„ Haben Sie noch Linda-Kartoffeln ?“ oder „ Das ist doch jetzt verlängert worden mit der Linda !“ - diese Sätze hört man zur Zeit häufig auf dem Bioland Hof Kramer in Hassel. Hintergrund ist die Absicht der Züchterfirma Europlant, eine der beliebtesten festkochenden Kartoffelsorten Deutschlands, die Linda, vom Markt zu nehmen. Vor kurzem lief nach 30 Jahren der Sortenschutz und damit die Nachbau- Gebührenpflichtigkeit aus. Von jeder verkauften Saatkartoffel bekam Europlant bis dahin einen guten Prozentteil des Erlöses ab. Da nun aber eine gebührenfreie Linda den gebührenpflichtigen Neuzüchtungen aus dem Hause Europlant Konkurrenz macht, sollte sie verschwinden. Vorgeschoben als Begründung werden jedoch Qualitätsmängel (tatsächlich variiert die Linda je nach Witterungsbedingungen im Anbaujahr etwas in Farbe und Kocheigenschaft, dennoch ist sie seit vielen Jahren- gerade im ökologischen Anbau – eine Kartoffel die regelmäßig bei Testessen vordere Plätze belegt).
Nun hat das Bundessortenamt auf Initiative einiger Landwirte hin die Eintragung in die Sortenliste bis 2007 verlängert, außerdem wurde die Wiederzulassung beantragt für die Zeit danach, womit es auch Anderen als der Europlant möglich wäre, eine Erhaltungszüchtung zu betreiben und Linda Pflanzgut anzubieten.
Trotz dieses positiven Urteils im Streit um die Linda, wurde das 2005 bereits geerntete Saatgut einiger Landwirte beschlagnahmt und im Lager verplombt. Denn eine andere Behörde, das Schiedsgericht der Landwirtschaftskammer Hannover, hat einer Beschwerde der Züchterfirma stattgegeben hat, da die Europlant auf ihr Recht am Ausgangsmaterial dieser Vermehrung geltend machen will. Das Oberlandgericht in Celle hat eine Entscheidung in diesem Fall auf Dezember vertagt und den beiden Parteien die Möglichkeit zu einem Vergleich gegeben. Jedoch möchte Europlant die alleinige Verfügungsgewalt über die Rechte und Lizenzgebühren behalten, während die Landwirte die Freigabe der Sorte fordern.
Was bleibt, ist vorerst die Entscheidung abzuwarten ...( für den Fall, dass das Verschwinden lassen nicht gelingt, hat übrigens auch die Europlant eine Z2 Vermehrung angebaut, um gegebenenfalls im Geschäft zu bleiben).

Jürgen Kramer, Landwirt aus Hassel, hofft auf Erhalt der leckeren Linda. „Bis 2007 haben wir die Linda auf jeden Fall noch, denn der Nachbau für den eigenen Betrieb bleibt zulässig. Weil ein mehrmaliger Nachbau aber schwierig ist, hoffe ich, dass die Linda auch in Zukunft als zertifiziertes Pflanzgut erhältlich sein wird.“ Um aber vorzusorgen hat Bio- Landwirt Kramer in diesem Jahr bereits 10 andere festkochende Kartoffelsorten im direkten Vergleich angebaut. „ Sollte es die Linda wirklich einmal nicht mehr geben, müssen wohl mindestens zwei andere Sorten sie ersetzen “ stellt Jürgen Kramer fest. „ Auch wenn andere Sorten einen sehr guten Geschmack haben, so ist keine gleichzeitig so gelb, so fest und auch so lange lagerbar wie die Linda. Die Kombination guter Eigenschaften ist bisher einmalig. Um mit der Suche nach Alternativen nicht allein dazustehen, lädt Bauer Kramer seine Kunden zum Kartoffeltestessen ein. 10 festkochende Sorten, alle vom selben Acker und unter gleichen Bedingungen angebaut, gibt es zur Zeit, in 1 kg- Tüten, in seinem Laden in Hassel zu kaufen. Außerdem veranstaltet er am 5. November mit interessierten Kunden ein Kartoffeltestessen, bei dem ein Mitarbeiter des Öko- Beratungsring moderieren wird und auch Fragen rund um den ökologischen Anbau beantwortet werden. Die Teilnehmerzahl ist hier jedoch begrenzt, so dass um vorherige Anmeldung gebeten wird. Näheres erfahren Kunden zur Ladenzeit im Bioladen Hof Kramer in Hassel.
Das Blaue Blatt, Okt./Nov.05



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Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung