der Hackstriegel im Getreide
Biolandtechnik / Hacken und Flammen
Statt chemisch-synthetischer Behandlungsmaß- nahmen greifen wir im Ökolandbau neben den Fruchtfolgeeffekten auf mechanische, manuelle und thermische Unkrautbekämpfung zurück. So werden das Getreide gestriegelt und gehackt; Kartoffeln gestriegelt, gehackt und gehäufelt; Möhren und Zwiebeln abgeflammt , gehackt und von Hand gejätet. Beim Möhren und Zwiebelanbau beginnt die Planung mit der Vor-Vorfrucht Kartoffel, die möglichst nach dem Absterben des Kartoffellaubes nicht zu sehr spätverunkrauten sollte. Nach der Kartoffelernte wird nicht gepflügt, sondern nur gegrubbert um die liegen-gebliebenen Kartoffeln nicht zu vergraben. Sie sollen Erfrieren und nicht im nächsten Jahr erneut wachsen (Fruchtfolge). Nun wird eine überwinternde Legumi-nosenmischung, Winterwicke und Inkarnatklee, aus-gesät. Sie sollen Luftstickstoff binden, Unkraut unter-drücken und das Feld begrünen. Im Frühsommer wird dieser Gründüngungsbestand umgebrochen.

Die Nematoden, die im Gemüseanbau Schaden an-richten haben ein sehr breites Wirtspflanzenspek-trum, auch die Leguminosen, Bei steigenden Temperaturen besiedeln sie die Wurzeln, durch den Umbruch wird die Lebensgrundlage entzogen. Die folgende Gründungspflanze wird so gewählt, das sie den gesammelten Stickstoff konserviert, aber nicht Nematoden - Wirtspflanze ist.
Der eigentliche Ge-müseanbau beginnt im nächsten Frühjahr mit dem Einarbeiten der zweiten Grün-düngung. Nach ca. zwei Wochen wird gepflügt mit dem Zweischichtenpflug. Nicht so tiefes Wenden und trotzdem tiefes Lockern sind damit möglich. Sobald das Land etwas abgetrocknet ist, wird mit einer Eggen-Walzen- Kombination das Saatbett herge-richtet und zwar in genau denselben Fahrspuren in denen später auch Gemüse gesät wird. Diese Unkrautsaatbettbereitung soll die erste Generation Kraut locken, evtl. wird in denselben Spuren noch einmal gestriegelt, um die zweite Generation ebenfalls zum Auflaufen zu bringen. Nach ca. zehn Tagen werden die Möhren oder Zwiebeln mit einer Einzelkornsämaschine ausgebracht. Kurz vorm Erscheinen der Keimblätter wird das bis dahin gewachsene Unkraut mit dem Abflammgerät beseitigt. Es wird nicht verbrannt, sondern nur soweit erhitzt, das die Zellen zerstört werden. Je nach Witterung liegen zwischen Aussaat und Aufgang 10 bis 30 Tage. Ein regelmäßiges genaues Kontrol-lieren ist nötig, da ein verpasster Abflamm-termin erheblich mehr Handarbeit zur Folge hat. Manchmal vermasselt einem trotzdem ein kräftiger Regen diese Strategie und es kann nicht geflammt werden. Wenn die Reihen gut sichtbar sind, wird das erste mal zwischen den Reihen gehackt, mit Schutzscheiben wird zunächst vorsichtig „von der Reihe weg“ gehackt. In der Reihe muss das Unkraut mit der Hand herausgezogen, gejätet, werden. Dies geschieht mit dem Jäteflieger ,je nach Krautdruck ein bis dreimal. Je größer die Möhren sind, umso mehr Erde wird beim Hacken „zur Reihe hin“ gearbeitet, also angehäufelt. Wir benutzen verschiedene Hacken, mit Gänsefußmesser und Hohlscheiben, mit Winkel-messern, mit Flachhackschaaren und eine Bügel-hacke, die je nach Krautaufkommen und Gemüse-größe drei bis sechsmal durch die Bestände ge-fahren werden.
Da die Handarbeit am teuersten ist, versuchen wir alle anderen Maßnahmen wie Fruchtfolge, Vorfrucht, Feldvorbereitung, abflammen und hacken so hin-zubekommen, das so wenig wie möglich Jätearbeit nötig ist.